Kameramann Nr. 2/99, 15.02.
...auf das Zusammenklingen von Bild- und Tonelementen hin angelegtes Universalwerkzeug für alle Schritte der Postproduktion...
...warum die Gehrisch Film Produktion GmbH damit arbeitet.
Rainer Gehrisch gründete Ende 1995 seine gleichnamige Filmproduktion, die Gehrisch Film Produktions GmbH. Davor war er freier Produzent und Regisseur, hatte viel Arbeit und ständig Erklärungsnotstand zu Hause. Die Produktion hat ihm Spaß gemacht, Kontakte zu Kunden und guten Regisseuren waren vorhanden. Folgerichtig ist die Frankfurter Firma heute ein Familienunternehmen mit zehn festen Mitarbeitern. Die viele Arbeit ist geblieben, aber der Erklärungsnotstand hat sich verflüchtigt.
Gehrisch Film versteht sich als Fullservice-Anbieter für Werbe- und Industriefilmproduktionen. Das Angebot umfaßt Beratung, Konzept, Entwicklung, Produktionsmanagement, Produktionsabwicklung und Postproduktion in allen Belangen der Film- und Videoproduktion. Wichtig ist Rainer Gehrisch das themenorientierte Arbeiten auf hohem Niveau, deshalb wird auch hauptsächlich auf Film produziert. Die Technik ist dabei nicht das vorrangige Thema, sondern ausschließlich die Idee und deren Umsetzung, und das soll spielerisch und kreativ erreicht werden. Aus diesem Grund betreibt Gehrisch Film eine eigene Postproduktion, die die eigenen Produktionen bedient, aber nicht als Dienstleistung auf dem freien Markt angeboten wird. Dies reduziert die externen Kosten erheblich und macht eine intensive, sehr persönliche und kreative Betreuung der Kunden möglich. So entsteht keine Fließbandware, sondern ein individueller, den Wünsch en des Kunden entsprechender Film und im Gegenzug eine große Kundentreue.
Die Entwicklung der Firma war einer Frankfurter Firma angemessen, nämlich explosiv, wie der DAX. Sie hat mit einer kleinen Kundenbasis angefangen und sich stetig entwickelt. Die meisten Kunden werden heute rundum betreut, vom Messe- oder Tagungsvideos, über Werbespots, bis hin zu Kopien. Für viele ist Gehrisch Film quasi zu einer externen Abteilung geworden, die für alle Belange des laufenden Bildes zuständig ist. Ein Beispiel ist die Deutsche Bank, aber die Referenzliste ist noch um einiges länger, nur einige Beispiele: BBDO Werbeagentur GmbH, Ogilvy & Mather, BASF, Braun AG, Chrysler International Corp., Degussa, Deutsche Börse, Einbecker, Hyundai, KPMG, Mer¬cedes Benz AG, Sony Music, Wella AG, Eintracht Frankfurt, Hessischer Rundfunk und die Shoah Visual History Foundation.
In den letzten drei Jahren hat die Firma etwa 180 Produktionen abgewickelt und damit einen Umsatz von ca. 6 Millionen DM erzielt.
Die technische Ausstattung ist auf dem heutigen Stand der Technik: zwei Avid Media Composer 1000 mit 3D DVE, Seriell digital In / Out und einem Speichervolumen von108 GB, ein Avid Symphony für unkomprimierte Datenströme mit einem Speichervolumen von 90 GB. Dazu kommt eine SGI-Workstation mit Avid Illusion, Matador und Softimage 3D für auflösungsunabhängige Effekte, Animationen und Video Compositing.
Schon der Firmenstart ging mit dem Kauf eines Media Composers einher. Schon seit Jahren sind Avid-Produkte für Rainer Gehrisch die am weitesten entwickelte Systeme.
Durch die vielen verschiedenen Ausstattungsdetails, die Erweiterungsmöglichkeiten durch zusätzliche Softwarepakete und die unkomplizierte Anpassung an den Bedarf des Anwenders, bieten die Systeme für Gehrisch Film eine umfassende Produktionsvielfalt. Die neueste Anschaffung, das Symphony-System hat eine bisher teure Lücke in der hauseigenen Produktion geschlossen. Die hohen Anforderungen an die Bildqualität werden durch die unkomprimierten Videoströme im Symphony erfüllt.
Das gesamte Finishing geschieht jetzt innerhalb der Firma, nur in Ausnahmefällen muß noch eine externe Dienstleistung eingekauft werden. Das spart nicht nur Kosten, sondern steigert auch die Kreativität und Effizienz, da nun mehr ausprobiert und »gespielt« werden kann. Das einzige Problem war, die Mac-Liebhaber des Media Composers auf den fehlenden Charme von Windows NT einzunorden. Aber das System läuft flink und stabil und überzeugt in der Arbeit.
Rainer Gehrisch vertritt mit seiner Firma auch sehr persönliche Anliegen. Einerseits liegt ihm dieFörderung von jungen Regisseuren am Herzen. Er sucht Talente und fördert sie mit Arbeit in Projekten. So sind enge Kontakte zur HFF in Berlin und der Filmakademie in Baden Württemberg entstanden. Seine Kunden profitieren so von neuen Handschriften und Ideen und werden nicht mit Moden und Stilen bedient. Auf der anderen Seite steht das Engagement in dem internationalen Projekt der Shoah Visual History Foundation. Die Foundation arbeitet seit 1996 weltweit an der Errichtung einer visuellen Bibliothek von etwa 50.000 Interviews von Holocaust Überlebenden, die in der ganzen Welt von Videoteams gesammelt werden. Mit einer Gruppe von fünf jungen hat Gehrisch Film in den vergangenen drei Jahren 200 Interviews in Deutschland produziert. Die Gehrisch Film und die an diesem Projekt beteiligten Mitarbeiter erhielten dafür eine persönliche Auszeichnung durch die Shoah Foundation und deren Gründer Steven Spielberg.







